Schafpudel halten ohne Schafe?


Am wohlsten fühlen sich Schafpudel in Schäferhand und im landwirtschaftlichen Umfeld, weil sie von ihrer Genetik alle Anlagen für die dort anfallenden Aufgaben bei den Hoftieren mitbringen.

 

Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen dieser auch optisch sehr beeindruckenden Hunde anzuschaffen.

 

Als reine Familienhunde sind die Altdeutschen Hütehunde nicht geeignet!

 

Die Bemühungen einiger "Züchter", Schafpudel als reine Familienhunde zu züchten, sehe ich sehr kritisch (und wenig hilfreich für den Erhalt dieses Schlages), da sie zu einem systematischen Verlust der schafpudeltypischen Gebrauchseigenschaften an der Herde führen, was letztlich in einer "Rasse" bzw. einem "Schlag" endet, der dem ursprünglichen Altdeutschen Schafpudel irgendwann nur noch optisch ähnlich sein wird. Die veränderten inneren (siehe oben) wie auch äußeren Eigenschaften (z.B. Fellqualität) rechtfertigen in meinen Augen nicht die völlig unkontrollierte Vermehrung des Schlages außerhalb der AAH oder außerhalb von Schäfereien, die allein mit ihrem vorhandenen Genpool an guten Arbeitshunden die ursprünglichen Eigenschaften des Schafpudels erhalten können.

 

Außerhalb ihrer angestammten Aufgaben an der Schafherde können Schafpudel sich auch in anderen Aufgaben zurechtfinden, solange diese ihren über Jahrhunderte angezüchteten Eigenschaften entsprechen und ihre Menschen einen freundlichen, aber klaren Umgang mit diesen tollen Hunden pflegen.

 

 "Laissez-faire" geht - wie bei jedem anderen Hund auch - gar nicht - ein Schafpudel würde ruckzuck das "Ruder" übernehmen und selbst für "klare Kante" sorgen.

 

Ihre Intelligenz und außerordentliche Freundlichkeit dem Menschen gegenüber können Schafpudel zu verlässlichen Partnern in privater Hand werden lassen - wenn die begleitenden Umstände stimmen!

 

Sicherlich kann auch die Haltung von AAH gezogenen Hunden in privater Hand dazu beitragen, dass dieser Schlag des Altdeutschen Hütehundes, der mittlerweile auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Nutztiere (Kategorie III) steht, erhalten bleibt. Die Stärkung der Hüteschäferei wäre allerdings immer noch das geeignetste Mittel, diese ganz besonderen Hunde langfristig vor dem Aussterben zu bewahren. Eine sich rasant verändernde Kulturlandschaft sowie die Rückkehr des Wolfes bedrohen die Hüteschäferei jedoch zunehmend, sodass auch die Altdeutschen Hütehunde von dieser Entwicklung betroffen sind.